Die Spermienaufbereitung (Sperm Preparation) umfasst die gezielte laborchemische Reinigung und Konzentration einer Samenprobe vor einer intrauterinen Insemination (IUI), einer klassischen In-vitro-Fertilisation (IVF) oder einer Mikroinjektion (ICSI). Ziel ist es, die vitalsten und beweglichsten Samenzellen für die Befruchtung bereitzustellen.
Im natürlichen Fortpflanzungsprozess übernimmt der Gebärmutterhalskanal eine wichtige Filterfunktion, die nur hochwertigen Spermien den Aufstieg ermöglicht. Im Andrologielabor wird dieser Selektionsmechanismus künstlich nachgebildet, indem die Samenzellen vom Seminalplasma, abgestorbenen Zellen und eventuellen Keimen getrennt werden.
Hauptziele der Spermienaufbereitung
Anreicherung von Samenzellen mit hoher progressiver Motilität und regulärer Morphologie.
Entfernung von Prostaglandinen und Eiweißen aus der Samenflüssigkeit, die bei einer direkten Übertragung in die Gebärmutter schmerzhafte Kontraktionen auslösen könnten.
Förderung der Kapazitation (der physiologischen Aktivierung der Samenzellen zur Eizellbefruchtung).
Angewandte Grundverfahren
Spermienwaschung (Sperm Washing): Das Ejakulat wird mit sterilen Nährmedien versetzt und zentrifugiert, um die Samenzellen schonend von der Trägerflüssigkeit zu befreien.
Spermienseparation: Durch Dichtegradientenmedien oder Aufschwimmtechniken (Swim-Up) werden bewegliche Samenzellen anhand ihres spezifischen Gewichts und ihrer Eigenbeweglichkeit von unbeweglichen oder deformierten Zellen getrennt.
Erweiterte Selektionsmethoden: Einsatz mikrofluidischer Sortierchips oder biochemischer Bindungstests, um gezielt Spermien mit höchster DNA-Integrität für die ICSI-Befruchtung auszuwählen.
Die Wahl des optimalen Aufbereitungsverfahrens orientiert sich stets am individuellen Spermiogramm und bildet die Voraussetzung für eine erfolgreiche Kinderwunschtherapie.