Das Einfrieren von Eizellen (auch als Social Freezing oder Medical Freezing bezeichnet) ist ein etabliertes Verfahren der modernen Reproduktionsmedizin. Es ermöglicht Frauen, unbefruchtete, reife Eizellen vorsorglich in jungen Jahren zu kryokonservieren, um sich die Chance auf ein leibliches Kind in einem späteren Lebensabschnitt zu bewahren.
Da die Qualität und Anzahl der Eizellen mit zunehmendem Alter physiologisch abnehmen, eignet sich dieses Verfahren optimal für Frauen mit beruflicher oder persönlicher Lebensplanung sowie für Patientinnen vor einer potenziell keimzellschädigenden Therapie (z. B. Chemo- oder Strahlentherapie) oder bei familiärer Vorbelastung mit vorzeitigen Wechseljahren.
Wie läuft das Einfrieren von Eizellen ab?
Hormonelle Follikelstimulation: Zu Beginn des Monatszyklus wird das Eierstockgewebe durch tägliche Hormongaben angeregt. Ziel ist es, mehrere Follikel parallel zur Reife zu bringen. Der Reifungsprozess wird durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und Blutkontrollen engmaschig überwacht.
Eizellgewinnung (Punktion / Follikelaspiration): Sobald die Follikel die optimale Größe erreicht haben, wird der Eisprung gezielt eingeleitet. Rund 36 Stunden später erfolgt die Punktion unter kurzer, schonender Narkose. Unter transvaginaler Ultraschallsicht werden die Follikel mit einer feinen Nadel schmerzfrei punktiert und entnommen (Dauer: ca. 15–20 Minuten).
Vitrifikation (Ultraschnelles Schockfrieren): Im Labor werden die reifen Eizellen (Metaphase II) selektiert, mit einer zellschützenden Lösung behandelt und mittels Vitrifikation innerhalb von Sekundenbruchteilen auf -196°C abgekühlt. Dieses Verfahren verhindert die Bildung schädlicher Eiskristalle und gewährleistet Überlebensraten von über 95 % nach dem Auftauen.
Erfolgschancen und klinische Bewertung
Das Einfrieren von Eizellen bietet keine absolute Garantie für eine spätere Schwangerschaft; die Erfolgsaussichten hängen jedoch maßgeblich vom Alter der Frau zum Zeitpunkt der Entnahme und der Anzahl der vitrifizierten Eizellen ab. Je jünger die Patientin bei der Kryokonservierung ist, desto höher ist die biologische Qualität der Eizellen für spätere Behandlungszyklen. Eine individuelle Beratung durch einen Spezialisten schafft Klarheit über die persönliche Eierstockreserve.