Mikrofluidische Spermienselektionschips dienen der schonenden Isolierung intakter, morphologisch einwandfreier Samenzellen mit minimalen DNA-Schäden, ohne die Zellen mechanischen Belastungen auszusetzen.
Herkömmliche Aufbereitungsmethoden erfordern meist wiederholte Zentrifugationsschritte, die oxidativen Stress erzeugen und die empfindliche DNA der Samenzellen schädigen können. Die Mikrochip-Technologie hingegen nutzt die natürlichen Schwimmeigenschaften der Spermien und bildet das biologische Umfeld des weiblichen Fortpflanzungstrakts im Mikromaßstab nach.
Funktionsweise des Mikrochips
Der Chip verfügt über feine Mikrokanäle mit einem Durchmesser von unter einem halben Millimeter:
Die Samenprobe wird in die Einlasskammer des mikrofluidischen Chips eingebracht.
Nur vitale, vorwärtsbewegliche Samenzellen mit hoher Membran- und DNA-Qualität können die Mikrobarrieren aktiv durchschwimmen und das Auslassreservoir erreichen.
Nicht vitale, unbewegliche oder fehlerhaft geformte Samenzellen verbleiben im Einlasskanal und werden effektiv gefiltert.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Anteil vitaler Samenzellen nach der Filtration von ca. 45 % auf bis zu 98 % gesteigert werden kann.
Einsatzgebiete und Vorteile bei Kinderwunsch
Bei etwa einem Drittel aller ungewollt kinderlosen Paare liegt die Ursache bei einer verminderten Samenqualität des Mannes. Die Auswahl der besten Samenzellen ist für den Erfolg einer ICSI oder Insemination (IUI) ausschlaggebend.
Optimierte Befruchtungs- und Entwicklungsraten: Spermien mit unversehrter DNA führen zu einer höheren Rate intakter Embryonen und erleichtern das Erreichen des Blastozystenstadiums.
Geringeres Fehlgeburtsrisiko: Die Eliminierung von Spermien mit erhöhter DNA-Fragmentation senkt das Risiko früher Aborte.
Vielseitige Anwendung: Die aufbereiteten Samenzellen eignen sich sowohl für intrauterine Inseminationen (IUI) als auch für die Mikroinjektion (ICSI).